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Asperger Syndrom

Das Asperger-Syndrom ist eine Kontakt- und Kommunikationsstörung, die als abgeschwächte Form des Autismus angesehen wird.
Typische Verhaltensweisen:
Asperger ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Betroffene sehen normal aus, zeigen jedoch sonderbare Verhaltensweisen. Typisch sind Beeinträchtigungen des Interaktionsverhaltens, mangelndes Einfühlungsvermögen, starres Festhalten an Gewohnheiten, motorische Auffälligkeiten sowie ausgeprägte Spezialinteressen. Aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten stoßen betroffene Kinder auf Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen, Erwachsenen und den eigenen Eltern.
Asperger in der Kindheit:
Im Vorschulalter beschäftigen sich Kinder mit Asperger-Syndrom am liebsten alleine. Ihr Spiel beinhaltet häufige Wiederholungen. Rollenspiele finden nicht statt. Diese Kinder bekommen leicht Wutanfälle, wenn von alltäglichen Routinen abgewichen wird. Sie wirken auffallend ungeschickt. Mitunter ist ihre Sprache geprägt von umständlichen Formulierungen.
In der Schule fällt es Kindern mit Asperger-Syndrom schwer, sich an Regeln zu halten. In Teilbereichen (z.B. in der Mathematik) beeindrucken sie mit Detailwissen; in anderen Bereichen fehlen ihnen die Grundlagen. Ihre Ungeschicklichkeit führt im Sportunterricht zu Schwierigkeiten. Das Kind hat wenige oder keine Kontakte zu Gleichaltrigen. Freundschaften entstehen meist nicht, weil das Kind sehr ich-bezogen handelt und seiner Umgebung mit seinem Spezialinteresse und ständigen Wiederholungen sehr auf die Nerven gehen kann. Das mangelnde Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen und die kommunikativen Defizite führen zu Schwierigkeiten im sozialen Bereich. Häufig äußert das Kind verletzende Bemerkungen, ohne Böses zu wollen.
Ursachen: frühere und heutige Theorien
1967 erschien Bruno Bettelheims Buch “Die Geburt des Selbst”. Darin interpretierte der renommierte Psychologe den Autismus als eine Reaktion der Kinder auf das Verhalten ihrer Eltern. Heute werden die Ursachen in genetischen Einflüssen und Störungen in den Hirnfunktionen vermutet. Zusätzliche Faktoren (z.B. Umweltgifte, psychosoziale Faktoren) können das Erscheinungsbild des Autismus mit beeinflussen.
Asperger in internationalen Diagnosekatalogen:
1991 erkannte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Asperger-Syndrom als Krankheit an und nahm es in den Diagnosenkatalog ICD auf. Drei Jahre später folgte die American Psychiatric Association, die das Asperger-Syndrom fortan in ihrem Diagnosenkatalog DSM listete. Diese Handbücher enthalten genaue Beschreibungen der mit dem Asperger-Syndrom in Verbindung gebrachten Verhaltensweisen.
Autismus ist nicht Autismus:
Beim Autismus wird zwischen zwei Hauptgruppen unterschieden: dem Asperger-Autismus und dem Kanner-Autismus. 1944 veröffentlichte der Wiener Kinderarzt Hans Asperger seine Doktorarbeit zum Thema „autistische Psychopathie“. Sein Landsmann Leo Kanner hatte zuvor eine eigene Abhandlung über autistische Kinder veröffentlicht. Leo Kanner befasste sich mit stark ausgeprägt autistischen Kindern; Hans Asperger beschrieb Kinder, die über mehr soziale Fähigkeiten verfügten.
Stärken und Schwierigkeiten
Menschen mit dem Asperger-Syndrom zeigen Verhaltensweisen, die sich für sie selbst und Mitmenschen nachteilig auswirken können. Daneben verfügen Sie über besondere Stärken, die diese Schwierigkeiten in den Hintergrund treten lassen können:
Schwierigkeiten:
erfassen Situationen nicht als Ganzes, orientieren sich an unbedeutsamen Merkmalen
können Gelerntes nicht auf ähnliche Situationen übertragen, „kleben“ an Beispielen
können ihre Aufmerksamkeit nur schwer auf Neues ausrichten
sind vergesslich und leicht ablenkbar
reagieren verzögert oder nicht auf komplexe Aufforderungen
legen Sprache wortwörtlich aus
können die Wirkung ihres Verhaltens auf andere schwer einschätzen
können sich nicht in die Gefühlswelt anderer hineinversetzen
reagieren zum Teil sensorisch über- oder unterempfindlich (Geräusche, Berührungen, Licht, Temperaturen)
haben Schwierigkeiten mit der zeitlichen Organisation, d.h. sie wissen nicht, was wann zu tun ist
haben Schwierigkeiten mit der räumlichen Organisation, d.h. sie wissen nicht, wo was hingehört
Stärken:
Aufrichtigkeit, Loyalität, Zuverlässigkeit
ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
gutes Gedächtnis, was das Spezialinteresse betrifft
große Leistungsbereitschaft
fotografisches Gedächtnis
motiviert, dankbar und anhänglich bei Anerkennung und Lob
Förderung und Therapie
Durch gezielte Förderung können die mit dem Asperger-Syndrom verbundenen Schwierigkeiten gemindert und die Lebensqualität verbessert werden. Dazu zählen:
Annahme des Kindes wie es ist
Beratung des Betroffenen, der Eltern und Lehrer
Schaffung von klaren und bleibenden Strukturen
Einübung von Routinen
behutsame Förderung von Sozialkontakten
Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten
Vermeidung von Redewendungen, die missverstanden werden könnten
Anerkennung des Spezialinteresses
Lob

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