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Eliane Morel

Meine Erfahrung in der Delphintherapie der Soulscience-School

Ich möchte Euch einige Dinge über mein Praktikum/Ausbildung hier in Antalya erzählen. Ich hatte das Glück, an beiden Orten, also auch in Belek, meine Erfahrungen zu machen. Seit meinem Praktikum ist unterdessen zwar auch schon wieder Zeit vergangen, aber die Erinnerung daran, die werde ich nicht so schnell wieder vergessen.

 

Ich muss nun von vorne beginnen. Vielleicht zuerst ein bisschen von mir: Ich heisse Eliane Morel, bin 25 Jahre jung und lebe in der Schweiz, Nähe Baden, im Kanton Aargau. Hier habe ich eine lange Zeit als Pharma-Assistentin in der Apotheke gearbeitet. Vor einiger Zeit habe ich einen neuen Weg eingeschlagen und arbeite nun an einer Körperbehinderten Schule in der Sozialpädagogik. Ich interessierte mich schon immer sehr für behinderte Menschen, vor allem Kinder. Es macht mir Freude, jemandem meine Hilfe anzubieten, der diese vielleicht dringender benötigt als ich selbst.

Mich interessieren die verschiedenen Krankheiten und Behinderungen der Kinder.

Meine grosse Leidenschaft schenke ich den Delphinen. Ich finde Delphine ganz faszinierende Lebewesen und mich begeistert deshalb auch schon lange die Delphintherapie. Zahlreiche Bücher habe ich gelesen, um viel über diese Tiere zu lernen. Und irgendwann dann, vor ein paar Jahren, kam ich in Kontakt mit der Delphintherapie. Ich besuchte verschiedene Zentren und konnte mit eigenen Augen, Interaktionen zwischen Mensch und Tier, beobachten.

Und dann kam es auch soweit und ich beworb mich im November 2009 bei Dr. Murat Kemaloglu, ob ich nach Antalya kommen dürfte, um die Delphintherapie zu lernen und neue Erfahrungen sammeln zu können. Innerhalb kurzer Zeit gab mir sein Team das okay, im Juni 2010 zu kommen.

Also flog ich mit Edelweiss Air am 30.5.2010 direkt nach Antalya und war gespannt, was mich dort erwarten würde.

Anfangs war ich noch skeptisch, weil ich nicht wusste, ob das alles stattfinden würde, was ich auf der Homepage sehen und erfahren konnte. Doch dann, als ich ankam, war alles halb so schlimm. Das einzige Problem war, wie komme ich denn zu diesem Appartement, in dem ich wohnen durfte? Gleichzeitig schien das auch das Büro für die Mitarbeiter zu sein.

Also fragte ich bei einem Juwelier nach, ob er mir den Weg zeigen könnte. Die Leute waren sehr nett dort und endlich kam ich abends spät beim Appartement an. „Super, jetzt kann es ja losgehen!“ Ich wurde sehr freundlich in Empfang genommen und war dann abends allein. Es gab zu dieser Zeit keine anderen Praktikanten. Das war schade, wiederum war es von Vorteil für mich, da ich später dann die Erfahrung machte, dass ich so viel mehr zum Zug komme. Morgen früh werde ich dann um 08.30 Uhr von Dr. Murat empfangen und zu einem Erstgespräch aufgefordert.

Mein Zimmer und mein Bett war in Ordnung und meine erste Nacht verlief gut. An den Lärm draussen musste ich mich anfangs gewöhnen.

 

Am nächsten Morgen kam ich ausgeschlafen in`s Büro von Dr. Murat. Er begrüsste mich freundlich und sprach sogar ziemlich gut Deutsch. Darüber war ich erleichtert. Sonst konnte man sich in Englisch verständigen und ein Teil der Mitarbeiter konnte ein bisschen Deutsch.

Wir besprachen das weitere Vorgehen und wie das alles Morgen ablaufen sollte. Er erzählte mir einige Dinge über sich und die Gründung der Soulscience-School, damit ich einen ersten Einblick erhalten konnte. Er stellte mir alle Mitarbeiter vor. Man arbeitet hier von Dienstag bis Sonntag von 08:30 Uhr bis ca. 17.00 Uhr. Manchmal gab es auch Tage, an denen die Familien keinen Ausflug unternehmen wollten und ich war früher wieder daheim oder hatte Freizeit. Die Delphintherapie selber geht von 09:30 Uhr bis 10.00 Uhr. Danach ist die Delphinshow und danach Freizeit zum Spielen.

 

Am Dienstag, am 1.6.2010 ging es dann so richtig los und ich wurde um 08:00 Uhr pünktlich von Yunus abgeholt. Wir müssen 45 Minuten nach Belek fahren. Yunus ist ein sehr freundlicher, netter Mann, mit dem man sich in Englisch verständigen konnte.

Die erste Woche verbrachte ich in Belek. Das war damals ganz neu, dass ich auch nach Belek gehen sollte. Die Therapie wird dort jetzt auch von Dr. Murat angeboten. Das wusste ich gar nicht, aber für mich war es okay, dass ich auch noch dorthin gehen sollte.

Am ersten Tag verlief dort alles ein wenig hektisch, aber später dann, wenn man den Ablauf ein bisschen kannte, ging es sofort besser. Wir lernten die Kinder kennen und zogen uns schnell die Neoprenanzüge an. Ich musste meinen in die Türkei mitbringen. Für die Kinder werden dort aber genügende zur Verfügung gestellt. Allerdings war es am Anfang eher mühsam diese anzuziehen, weil sie sehr eng anliegend getragen werden müssen und es deshalb nicht so einfach war, die den Kinder anzuziehen.. Ich selbst hatte anfangs Mühe, da rein zu schlüpfen. Aber das Wasser war kalt und es brauchte die Anzüge. Ich hätte nicht gedacht, dass es so kalt wäre. Aber man gewöhnte sich daran.

Dann gingen wir langsam auf die Plattform und stiegen zu den Delphinen runter. Sie kamen neugierig auf uns zu geschwommen. Zuschauer konnten das von aussen her im Eingangsbereich durch eine Glasscheibe beobachten. In Antalya ist es für Zuschauer nicht sichtbar. In Belek lief das in einem separaten Therapiebecken ab, in Antalya im selben Becken, wie die Show auch stattfindet. Das Becken war deshalb in Belek kleiner als jenes in Antalya. Ich war gespannt darauf, wie es dort aussehen würde.

Nun versuchten wir uns auf der Plattform oder auch schon direkt im Wasser den Tieren mit Streicheln, Ballspiel oder sogar Schwimmen zu nähern. Je nach Angst der Kinder. Man versuchte diverse Interaktionen zwischen Kind und Delphin. Eigentlich war ich erschrocken darüber, wie schnell das alles ablief. Wir waren innerhalb kürzester Zeit im Wasser. Ein Teil der Kinder hatte Angst, andere Kinder hatten Freude. Je nachdem, ob sie die Nähe zu diesen Tieren schon kannten, oder eben nicht.

Ich lernte während dieser Zeit mehrere Behinderungen kennen. ( Down Syndrom, Asperger Syndrom, Autismus, Kind nach Chemotherapie mit Trennungsängsten, Mikrocephalie (kleiner Kopf), Stotterkinder, Muskeldystrophie, und auch Kinder bei denen man bis heute nicht feststellen konnte, was sie genau haben.

 

Nun hatten die Kinder ab jetzt täglich eine halbe Stunde Therapie und das meistens für 10 Tage. Bei Kindern, welche schon einmal hier waren, genügte laut Soulscience-School auch nur 5 Tage. Das war aber sicher auch eine Preisfrage für die Familien. Obschon die Therapie in der Türkei bei Soulscience-School eher günstig war, im Vergleich zu anderen Delphintherapiezentren, wie zBsp. Florida, Curacao, etc.

 

Nach der Therapie entscheiden die Eltern, ob sie und die Kinder die Show sehen wollen, im Aquapark spielen oder nach Hause gehen wollen. Man richtet sich nach dem Bedürfnis der Eltern. Danach ist die Aufgabe der Praktikantin erledigt. Den Nachmittag konnte ich mir eigentlich immer selber gestalten. Da war es schade, dass ich oft ganz allein war und es zu dem Zeitpunkt nicht noch eine andere Praktikantin gab. Denn es war nicht immer einfach als Frau allein in der Türkei. 😉

 

So ging es die ganzen 4 Wochen. In der 2. und 3. Woche war ich dann im Delphinarium in Antalya und die 4.Woche teils in Belek, teils in Antalya. Daran war toll und zu meinem Vorteil, dass ich pro Tag manchmal auch zweit Therapien im Wasser hatte. So verging die Zeit alleine zu sein auch schneller.

 

Ich muss dazu sagen, anfangs war ich etwas erstaunt darüber, dass ich sofort alleine mit dem Kind ins Wasser durfte. Doch dann habe ich mir überlegt, so würde ich am Meisten lernen und ich denke, ich durfte das auch, weil ich schon eine gewisse Erfahrung in der Delphintherapie mitbrachte. Das fand ich irgendwie toll, dass das Team der Soulscience-School mir das zutraute. Denn „Learning by doing“ ist immer noch das Beste!

In beiden Becken hatte es 3 Delphine. Es gingen meistens 3 Erwachsene mit 3 Kindern ins Wasser. Teilweise durften die Eltern und ein Geschwister gegen Ende der Therapie auch zu den Delphinen.

 

Zum Schluss, ich muss sagen, es hat mir gut gefallen und es war wieder einmal eine neue Erfahrung, welche ich nicht mehr missen möchte. Das Team der Soulscience-School war sehr nett und die Verbindung zwischen Mensch und Delphin ist einfach beeindruckend und fasziniert mich nach wie vor sehr. Oftmals ist es so, dass man sich im Voraus Gedanken um den Tierschutz macht. Geht es den Tieren in solch einem Lebensraum gut oder nicht? Es besteht zwar Salzwasser in einem Delphinarium, trotzdem ist es aber nicht im Meer, wo die Delphine frei sind und tausende von Kilometer zurücklegen können.

In Belek ist das Therapiebecken klein, da es nur für die Therapie benutzt wird. In Antalya ist es etwa doppelt so gross. Wichtig ist, dass es den Tieren gut geht. Ich habe aber auch das Gefühl, dass ein Delphinbecken nie gross genug sein kann.

 

 

 

Ich bedanke mich für die aufregende Zeit und möchte allen Interessierten einen Einblick in eine solche Arbeit geben. Bei Fragen könnt Ihr mich gerne über Dr. Murat kontaktieren. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch helfen kann.

 

 

Herzliche Grüsse aus der Schweiz, Eliane

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